Thema der Zeit – „Menschen wollen in Eigentum wohnen“

Was taugen Immobilien als Kapitalanlage und für die Altersvorsorge? Geschäftsführer Eckart von Seydlitz erklärt, auf welche Punkte Investoren und Eigennutzer beim Kauf von Immobilien besonders achten sollten.

Frage: Herr von Seydlitz, in einer Umfrage Ihrer Firma Aussenalster meinen 91 Prozent der Befragten, dass Immobilien eine gute Geldanlage und eine sichere Altersvorsorge sind. Das ist ein deutliches Votum. Doch was taugen Immobilien tatsächlich als werthaltige Anlage?

Eckart von Seydlitz: Immobilien sind, wenn gewisse Punkte beachtet werden, eine sichere Geldanlage. Der Käufer hat eine große Chance, mit seiner Immobilie einen Wertzuwachs zu erzielen. Insbesondere gute Lagen in den Großstädten sind sehr wertstabil. Die Nachfrage nach städtischem Wohnraum wächst und wächst, das Angebot kommt nicht mit. Zudem sind durch die Finanzkrise und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank kaum Anlage-Alternativen vorhanden, die eine regelmäßige Verzinsung bei einem überschaubaren Risiko ermöglichen. Eine vermietete Immobilie erwirtschaftet in der Regel höhere Zinsen für den Investor als eine Bundesanleihe, für die es je nach Laufzeit gerade mal ein Prozent gibt.

Frage: Der Markt arbeitet also für Sie?

Eckart von Seydlitz: Klar, das ökonomische Umfeld entwickelt sich für unser Unternehmen sehr positiv. Aber für jede einzelne Wohnung, die wir anbieten, müssen wir einen Käufer finden, der die jeweilige Immobile mag. Jede Wohnung ist ein eigenes Investitionsobjekt. Die besseren Rahmenbedingungen ermöglichen, dass es sich nun auch in normalen Lagen lohnt, zu bauen und eine Anlageimmobilie zu kaufen, eben nicht nur in guten und exzellenten Wohnlagen. Das war früher schwieriger.

Frage: Sind die Käufer Ihrer Wohnungen eher Eigennutzer oder Kapitalanleger?

Eckart von Seydlitz: Unsere Käufer sind zu etwa zwei Dritteln Eigennutzer und zu einem Drittel Kapitalanleger. Viele Anleger sehen die regelmäßigen Mieteinnahmen als wichtigen Teil ihrer Altersvorsorge. Die meisten Investoren wollen ganz bewusst ein neues Gebäude kaufen, um keine Renovierungen in den nächsten Jahren durchführen zu müssen. Die Immobilie kann eben eine sehr attraktive Wertanlage sein. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass sich die Werte vor allem in ordentlichen Lagen prächtig entwickeln. Darum halte ich Immobilien mit einer guten Erreichbarkeit der Innenstädte für eine sichere Geldanlage und vernünftige Altersvorsorge.

TdZ_MietenKaufen_01Frage: Welche Faktoren zeichnen eine werthaltige Immobilie aus?

Eckart von Seydlitz: Ich denke es kommt auf folgende Punkte an: Lage, Grundriss, Gestaltung, Zeitlosigkeit, Barrierefreiheit und Bauqualität. So ist eine Großstadtlage oder eine Immobilie mit einer guten Stadt-Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel für die Werthaltigkeit enorm wichtig. Zudem muss der Grundriss einer Wohnung stimmen und eine einfache Vermietbarkeit ermöglichen. Ein weiterer Faktor, der häufig unterschätzt wird, ist die Substanz der Wohnung oder des Hauses. Bei Kapitalanlegern sind Wohnungen in Altbauhäusern auch sehr beliebt. Die sind allerdings meist pflegeintensiv, weil viele schon älter als hundert Jahre sind und noch nie grundlegend renoviert worden sind. Hinter den frisch gemalten Fassaden verstecken sich dann gravierende Mängel. Daher bieten Neubauten oder sanierte Altbauten den Käufern mehr Sicherheit gegen den Wertverfall.

Frage: Die Bundesbank warnt vor einer Immobilienblase. Sind die Preise schon zu sehr gestiegen?

Eckart von Seydlitz: In guten Lagen sind die Preise natürlich schon recht üppig. Sie werden sich künftig wohl eher seitwärts bewegen. Ich sehe aber keinen Grund, dass die Preise fallen sollten. Momentan wird zwar deutlich mehr gebaut, aber viele Wohnungen werden als Miet- und Sozialwohnungen erstellt. Es fehlen in vielen Städten die Bauplätze und die Politik fördert aktuell den Mietwohnungsbau. Dadurch kommen weniger Neubaueigentumswohnungen auf den Markt als nachgefragt werden. Zusätzlich stehen wir durch die Nullzinspolitik der Notenbanken vor einer Situation, dass große Summen in Immobilien angelegt werden wollen, um für Anleger akzeptable Renditen zu erzielen. Gut gelegene und erhaltene Immobilien werden daher trotz hoher Preise ihren Wert nicht verlieren.

Frage: Ist Aussenalster ein Spezialist für werthaltige Immobilien?

Eckart von Seydlitz: Ja, eindeutig. Unsere Häuser und Wohnungen sind von der Gestaltung und vom Bau her zeitlos konzipiert. Wir unterliegen keinen oberflächlichen Moden. Unsere Objekte sind technologisch gut gebaut, wir achten auf die Substanz des Materials. Bei den von uns angebotenen Lagen kann ich mir fallende Mietpreise und damit einen Verlust des Wertes kaum vorstellen.

Ein Eigenheim lohnt sich
Kostenvorteil für Selbstnutzer gegenüber Mietern pro Quadratmeter Wohnfläche in Prozent im 3. Quartal 2015

Frage: Laut Ihrer Umfrage streben die meisten Menschen nach Immobilieneigentum. Nur 37 Prozent der Befragten ziehen das Mieten vor. Früher galten Mieter als flexibler. Hat sich der Trend gedreht?
Eckart von Seydlitz: Ja. Die Menschen wollen in Eigentum wohnen. Hier spielt der Gedanke der Sicherheit und des Vermögensaufbaus eine zunehmend große Rolle. In England etwa kaufen viel mehr Bürger auch in jungen Jahren eine Wohnung, um an der erhofften Wertentwicklung zu partizipieren und so ein Vermögen aufzubauen. Dort werden selbst Einzimmerwohnungen erworben, was bei uns nicht gerade üblich ist. Wenn die Wohnung dann zu klein ist, wird sie eben veräußert und mit dem erzielten Wertzuwachs eine größere Wohnung erworben.

Frage: Sollte auch der Staat auf den starken Trend zum Eigentum reagieren und den Erwerb von Immobilien für Geringverdiener besser fördern?

Eckart von Seydlitz: Bei der Hilfe zum Immobilienerwerb tut der Staat viel zu wenig. Ich fände es etwa richtig, für Normal- und Geringverdiener bei Eigennutzung die Grunderwerbsteuer zu halbieren oder ganz zu erlassen. Subventionierte Darlehen wie von der IFB oder KfW alleine für diese Klientel helfen nicht, da es oft am Eigenkapital hapert, um Eigentum aufzubauen. Zusätzlich wurden gerade auf Basis einer EU-Richtlinie die Kreditvergabekriterien verschärft. Das trifft wieder besonders die Normalverdiener. Viele Mittel der Altersvorsorge fallen weg, viele Geringverdiener werden im Alter Probleme bekommen. Da ist für die Menschen selbstgenutztes Eigentum sehr nützlich und bietet ihnen mehr Sicherheit als staatlich geförderte Mietwohnungen mit einer begrenzten Laufzeit und einer viel zu geringen Stückzahl. Immerhin 87 Prozent der Befragten in unserer Umfrage sehen das auch so. Die Politik sollte auf diesen Trend entsprechend reagieren und den Aufbau von Eigentum viel stärker fördern.

———————————————-
Das Interview führte Andreas Nölting
www.noeltingmedia.com

 

Weitere Themen der Zeit