Thema der Zeit – „Wir suchen immer ein stimmiges Gesamtkonzept“

Zeitlos, nachhaltig, wertstabil – die Immobilienfirma Aussenalster Wohnungsbau achtet sehr auf die besondere Qualität ihrer Wohnungen. Geschäftsführer Eckart von Seydlitz erklärt im Interview, weshalb in seiner Branche ein unverbrauchter Blick so wichtig ist, wie er seine Bauprojekte umsetzt und woher sein Faible für Grundrisse kommt.

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Frage: Herr von Seydlitz, was macht Aussenalster Wohnungsbau besser als andere Immobilienfirmen?

Eckart von Seydlitz: Unsere Vertriebspartner sind von Anfang an bei der Entwicklung der Projekte dabei. Wir bemühen uns intensiv um die Grundriss- und Objektgestaltung, suchen immer ein stimmiges Gesamtkonzept. Wir wollen keinen Einheitsbrei sondern geben uns viel Mühe, ein aus Kundensicht attraktives Produkt zu erstellen, in dem man gerne wohnt und auf das man gerne schaut. Unsere Objekte sollen zeitlos und wertstabil sein. Deshalb legen wir besonderen Wert darauf, unsere Wohnungen aus Kundensicht und mit einem unverbrauchten, unbeeinflussten Blick zu bauen. Das ist nicht immer die günstigste Lösung, aber nachhaltig. Auch in 15 Jahren leben dort Menschen, die sich wohlfühlen wollen.

Frage: Welche Rolle nimmt Aussenalster bei den Projekten ein?

Eckart von Seydlitz: Zunächst kaufen wir ein Grundstück und nehmen uns dann Zeit für die Entwicklung. Hierzu wählen wir den Architekten aus und planen mit ihm, was gebaut wird. Es gibt viele Architekten, die gerne wollen, dass der Bauherr schweigt und willig zustimmt. Mit denen arbeiten wir ungern, weil wir klare Vorstellungen haben. Wir entwickeln die Fassaden und Grundrisse mit – die Farben, die Gestaltung, die Aufteilung. Der Architekt macht einen Vorschlag und wir arbeiten gemeinsam daran, bis alle zufrieden sind. Erst dann reichen wir den Bauantrag ein und stimmen die Pläne mit den Behörden ab. Wenn die Genehmigung erteilt worden ist, bauen und finanzieren wir die Häuser auf eigenes Risiko. Der Vertrieb der Wohnungen erfolgt über verbundene Makler. Vom Erwerb des Grundstückes bis zum Verkauf der Wohnungen behalten wir so die Kontrolle. Die Behörden schätzen das, weil wir tatsächlich Wohnraum erstellen.

Frage: Können Kunden besondere Wünsche einbringen?

Eckart von Seydlitz: Wir versuchen gerne, die individuellen Vorstellungen unserer Kunden umzusetzen. Die Oberflächen kann man gut individualisieren. Jeder Kunde hat einen anderen Geschmack, was Fußböden, Fliesen, Armaturen, Wasserhähne, Badewannen, Kloschüsseln, Lichtschalter oder Türgriffe betrifft. Wir machen ihnen Vorschläge und hören auf sie, wenn sie sich anders entscheiden. Auch Mängel beheben wir klaglos. Wir geben für Kundenservice und für die Mängelbeseitigung viel Geld aus. Die Aussenalster Gruppe hat bereits mehrere hundert Wohnungen verkauft und noch keinen einzigen Prozess mit einem unzufriedenen Kunden führen müssen. Darauf bin ich stolz.

Frage: Sie waren viele Jahre Unternehmensberater. Woher kommt Ihr Hang zu Immobilien?

Eckart von Seydlitz: Die Basis für mein Faible zu Immobilien hat wohl ein früherer Lehrer gelegt. Er war Architekt und hat im Kunstunterricht mit uns Schülern Grundrisse gemalt und Traumhäuser gebastelt. Das hat bei mir offenbar einiges ausgelöst. Ich war zwar rund neun Jahre Unternehmensberater, davon drei Jahre bei Boston Consulting. Als selbständiger Berater habe ich dann begonnen, mir ein zweites Standbein aufzubauen und in Mehrfamilienhäuser investiert. Schließlich habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und das Unternehmen Aussenalster Wohnungsbau gestartet.

Frage: Für Wohnungen gibt es eine große Nachfrage. Der Hamburger Senat hat ein Neubau-Programm aufgelegt. Das ist sicherlich sehr hilfreich?

Eckart von Seydlitz: Natürlich, die hohe Nachfrage und die Unterstützung des Senats sind sehr schön. Die Behörden unterstützen den Wohnungsbau, die Genehmigungen kommen schneller. In Rissen etwa erstellen wir 21 Sozialwohnungen, die vom Staat subventioniert werden. Wohnungen werden aber vor allem gebaut, weil die Mieten stark gestiegen und die Zinsen momentan niedrig sind. Positiv auf die Nachfrage wirkt sich auch aus, dass große Versicherungen Wohnungsbestände aufbauen, weil institutionelle Investoren dort höhere Renditen erzielen als mit Bundesanleihen.

Frage: Ist Ihr Unternehmen gerade im Luxussegment aktiv?

Eckart von Seydlitz: Das wird zwar häufig so dargestellt, stimmt aber nicht. Wir sind im soliden Mittelfeld tätig. Wir bauen nicht mit Marmortreppen und Echtstein-Fassaden. Der durchschnittliche Angebotspreis in Hamburg beträgt ca. 4.000 Euro pro Quadratmeter für Neubauten. Wir bieten im Schnitt für 4.200 bis 4.500 Euro an. Zwei Drittel unserer Kunden sind Eigennutzer und ein Drittel sind Kapitalanleger. Letztere wollen die Wohnung erst vermieten und dann im Alter womöglich selber nutzen. Wohnungen sind eben momentan günstig zu finanzieren, der Zins ist sehr niedrig und Käufer benötigen kaum Eigenkapital. In diesem Jahr werden wir rund 100 Wohnungen verkaufen. Wir bearbeiten im Moment mehrere hundert Wohneinheiten. Das geht nur mit verlässlichen Partnern, aber für sieben Leute ist das schon eine Menge Arbeit.

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Das Interview führte Andreas Nölting
www.andreasnoelting.de

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